Genuss für Leib und Seele "Wein erleben... 2009" in Ulsenheim
Artikel von Robert Hohler
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Mainpost, 01. November 2009
UlsenheimWenn sich der Weißburgunder an die Jakobsmuschel „anschmeichelt“,
wie es Christoph Probst nennt, dann ist so ein Moment erreicht, wo man niederknien könnte vor Ehrfurcht: Vor dem Können des Teams von Bernd Meyer, der die Jakobsmuschel in Olivenöl-Limonensud auf Fenchel und Tomaten-Espuma präsentierte. Und vor den Winzern des Weingutes Probst aus dem nahen Markt Nordheim, die den 2008er Weißburgunder „Q“ ausgebaut haben.
86 Gäste kamen
zu „Wein erleben . . . 2009“ in der ehemaligen Scheune des Landgasthofs zum „Schwarzen Adler“ – und brachten Bernd Meyer ein bisschen ins Schwitzen: 70 Personen waren angemeldet, der Zeitablauf entsprechend ausgelegt. Doch letztlich ging alles glatt – schließlich hat Meyer schon heiklere Aufträge gemeistert, hat als Küchenchef von Gunter Sachs Stars wie Boris Becker, Maria Adorf und Thomas Gottschalk verwöhnt. Während fünf Leute in der Küche wirbelten, stimmte im Saal Christoph Probst die Gäste auf die Menü-Abfolge und seine Weinauswahl ein. Dass zur „Wachtelgalantine an Kumquatsconfit“ die 2008er Weißweincuvée die Süße mitbringt, war schon deshalb bemerkenswert, weil ihm der Zungenbrecher unfallfrei über die Lippen kam.
„Tue deinem Leib etwas Gutes
... damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen“ – dieses Motto gelte für seinen Betrieb und diesen Abend. Launig auch seine Begründung, warum sich kein Silvaner auf der Weinliste befand. „Heuer wird 350 Jahre Silvaner in Franken gefeiert. Da hat jeder doch schon genug davon.“ Zum Hauptgericht, geräucherte Lammschulter an Navettengemüse und Rosenkohlblätter, hatte Bernd Meyer Stachis, japanische Kartoffeln, gewählt. Es habe Schwierigkeiten mit der Lieferung gegeben, ehe ihm ein kleiner Gärtnereibetrieb geholfen habe. Bei allem Respekt: Da hätte eine fränkische Kartoffel, meinetwegen das Bamberger Hörnle, geschmacklich eher mehr gebracht. Auch wenn Stachis natütlich weit exotischer sind.
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